Published October 31, 2013

Der Schürmann-Bau

Parlament - Flut - Deutsche Welle

<p>Direkt am Rhein, zwischen der &quot;Post-Tower&quot;&nbsp; und dem Sitz der Vereinten Nationen liegt der Sch&uuml;rmann Bau. In den achtziger Jahren geplant als neues Geb&auml;ude f&uuml;r die Abgeordneten der Bonner Republik beherbergt er seit 2003 die Deutsche Welle.</p><p><strong>Chronik: </strong></p><p>Zu viele Abgeordnete &ndash; zu wenig Platz f&uuml;r sie: Um dem Platzmangel entgegenzutreten beschloss der Bundestag 1983 ein neues Geb&auml;ude zu bauen. Knapp ein Jahr vor dem Mauerfall begann der Architekt Joachim Sch&uuml;rmann mit dem Bau. Geplant war das Geb&auml;ude bis 1995 fertigzustellen. Tats&auml;chlich sollte es insgesamt zwanzig Jahre dauern bis das Geb&auml;ude bezugsfertig war.</p><p><strong>Das Hochwasser</strong></p><p>Im Dezember 1993 stieg der Rhein auf eine bis dahin nicht gekannten H&ouml;he. Am 26 Dezember drangen die Wasserma&szlig;en in den Rohbau des Sch&uuml;rmann Baus. Aufgrund der Feiertage wurde der Schaden viel zu sp&auml;t entdeckt. Durch den Zufluss der Wassermassen hob sich das Geb&auml;ude stellenweise bis zu 70 Zentimeter.&nbsp; Als es sich absetzte &quot;verkantete&quot; das Geb&auml;ude.&nbsp; Dadurch wurde die Bausubstanz schwer besch&auml;digt. Diese &quot;Narben&quot; sind in Form von Rampen auch heute noch im Geb&auml;ude zu finden. Hinzu kam, dass Tage zuvor war ein gro&szlig;er Teil der L&uuml;ftungsanlage geliefert und in der Tiefgarage gelagert worden. Kompetenzstreitigkeiten seitens der Bauleitung verhinderten damals ein rechtzeitiges Fluten der Tiefgarage.&nbsp; Gro&szlig;e Teile der gelieferten L&uuml;ftungskomponenten wurden unter Wasser gesetzt. Dies verschlimmerte den finanziellen Schaden erheblich.</p><p><strong>Politischer Streit: </strong><br />In der Folge entbrannte ein heftiger politischer und juristischer Streit um die Schuldfrage. Erst im November 2007, vierzehn Jahre nach dem Hochwasser endete ein zehnj&auml;hriger Rechtsstreit zwischen der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesrepublik_Deutschland" title="Bundesrepublik Deutschland">Bundesrepublik Deutschland</a> als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bauherr" title="Bauherr">Bauherr</a> und den drei beteiligten Baufirmen. Vor der 1. Zivilkammer des Bonner <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Landgericht" title="Landgericht">Landgerichts</a> einigte man sich auf einen Vergleich: Von den urspr&uuml;nglich 73,7 Mio. Euro, die der Bund forderte, wurden 55 Millionen gezahlt.</p>